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Spagat zwischen Ausbildung und Politik

Wilnsdorf. Andreas Weigel hält's mit Wilhelm Busch: „Man darf nicht in die Fußstapfen anderer treten, sonst hinterlässt man selbst keine Spuren."

Und die möchte der 18-Jährige auf jeden Fall hinterlassen. Im August 2009 wurde er für die FDP in den Gemeinderat Wilnsdorf gewählt und ist damit das jüngste Ratsmitglied im Kreis Siegen-Wittgenstein.

Seit seinem 14. Lebensjahr beschäftigt sich Weigel mit Politik. Angefangen hat er bei den Jungen Liberalen, mit 16 Jahren trat er zusätzlich der Mutterpartei bei. Einmal im Monat sitzt er jetzt in Ratssitzungen und arbeitet sich durch Sitzungsprotokolle - „um etwas zu bewegen, etwas zu verändern." Schwierigkeiten, sich in die spezielle Sprache der politischen Vorlagen einzuarbeiten, habe er nicht: „Dafür beschäftige ich mich schon zu lange mit so etwas."
Nur wenig Freizeit

Bei der täglichen Arbeit im Gemeinderat bleibt nicht viel Freizeit. Zudem befindet sich Weigel gerade in der Prüfungsphase seiner Ausbildung. Trotzdem schafft er den Spagat zwischen Arbeit und Privatem gut. „Ich habe eine sehr tolerante Freundin. Wenn ich mal nicht kann, weil ich ein Protokoll durcharbeiten muss, dann versteht sie das." Seine Freunde wüssten, wie wichtig ihm die Politik sei.

Das habe auch die Wilnsdorfer CDU feststellen können, als er bei einer Diskussion über das Haushaltsicherungskonzept mit dem Einwand, seine Generation müsse die Schulden letztendlich abbezahlen, hervortrat. „Das fanden die nicht so prickelnd", sagt der Wilnsdorfer.
Mit Einsatz viel erreichen

Dass ihn Leute aufgrund seines Alters nicht ernst nehmen, hat der 18-Jährige noch nicht erlebt. Natürlich gäbe es die in politischen Diskussionen übliche Kritik. Doch sei diese einmal zu hart, „nehme ich mir das nicht so zu Herzen", sagt er selbstbewusst. Worauf er aber jetzt achten wolle, wäre vorsichtiger zu formulieren- damit seine Aussagen nicht gegen ihn gerichtet werden. „Das habe ich nämlich bereits mehrfach erlebt."

Für die weitere Zeit im Gemeinderat hat Weigel sich viel vorgenommen. Er möchte „nachhaltige Politik" betreiben und Jugendlichen zeigen, dass man mit Einsatz viel erreichen kann. Als Initiator des Fördervereins Skateranlage Wilnsdorf schaffte er es, mit den Vereinsmitgliedern schon 6000 Euro zu sammeln. „Diese Anlage nun zu ermöglichen, ist mein nächstes Ziel."

Bericht: WR - Siegen, 24.02.2010, Eva Hollaender

Das alte Lied von Jugend und Politik

Siegen. Klara ist 15 Jahre alt und für Politik interessiert sie sich nicht. Sie versteht auch nicht viel davon. „Das ist zuviel Gerede", sagt sie. „Und man bekommt zu wenig Informationen."

Klaras Generation und Politik einander näherzubringen, haben sich die Jugendorganisationen der Parteien auf die Fahnen geschrieben. „Wir wollen die große Partei an die Jugend erinnern", sagt etwa Christian Baeyens. Der Vorsitzende der Jusos in Siegen, also der Jungssozialisten in der SPD, ist gerade 21 Jahre alt. „Aber das Problem ist, dass sich viele Jugendliche grundsätzlich nicht mehr für Politik interessieren."
„Viele haben die falsche Einstellung"

Eine Straßenumfrage unserer Zeitung unterstützt diese Einschätzung. 30 von 50 befragten Jugendlichen gaben an, sich gar nicht oder kaum für Politik zu interessieren. Die Gründe dafür sind bei fast allen gleich: den einen ist das Thema „egal", andere finden es „langweilig".

Es gibt aber auch andere Stimmen. Louisa zum Beispiel ist 16 Jahre alt, kennt sich zwar noch nicht so gut mit Politik aus, ist aber interessiert und schaut regelmäßig Nachrichten. „Das ist wichtig", betont sie. „Es geht um unsere Zukunft." Auch die 17-jährige Katharina weiß, dass Politik wichtig ist. „Ich würde mich gerne mehr damit auskennen", räumt sie ein, „aber man lässt es an sich vorbeifließen. Als Teenager hat man eben andere Dinge im Kopf." Ihre Freundinnen Tara und Nadja nicken zustimmend.

All das weiß auch Andreas Weigel. Der 18-jährige Auszubildende ist Vorsitzender der Jungen Liberalen (JuLis) im Kreis Siegen-Wittgenstein und wurde im August in den Rat in Wilnsdorf gewählt. Er weiß um das in seiner Generation weit verbreitete politische Desinteresse. „Viele haben einfach die falsche Einstellung", sagt er. „Sie denken, dass sie nichts bewirken können."

Die politischen Jugendorganisationen wollen das Gegenteil beweisen. „Es muss um konkrete Themen gehen, um Jugendliche zu motivieren", findet Lena Clever, Sprecherin der Grünen Jugend Siegen-Wittgenstein und seit Spätsommer Mitglied des Rates der Stadt Siegen. Als Beispiel nennt sie den Bildungsstreik im Juni, an dem 850 Schüler und Studenten teilnahmen, um für gleiche Bildungschancen für alle zu demonstrieren. Und Klaus P. und Marc-Alexander B. von „Solid", der Jugendorganisation der Linken, plädieren für politische Aufklärung. Marc-Alexander: „Man kann immer etwas bewegen!"

Dieser Meinung ist auch JuLi Andreas Weigel. „Den Jugendlichen muss klar gemacht werden, was Politik alles bewirken kann." Und man müsse ihnen bewusst machen, dass gerade die Mitglieder in den Jung-Parteien wissen, was junge Leute wollen. „Das Interesse kommt mit der Zeit"

Unsere Umfrage ergab auch, dass sich zwar 20 von 50 Befragten für Politik interessieren, sich aber nicht engagieren. Oder doch? Zum politischen Engagement zählen schließlich auch kleine Dinge, selbst wenn das nicht jedem so bewusst ist - wie Wählen gehen, bei einer Demonstration mitmachen, sich in der Schülerverwaltung einbringen.

So oder so: „Das Interesse für Politik kommt mit der Zeit", ist Andreas Weigel von den JuLis überzeugt. „Meistens dann, wenn die Jugendlichen das erste Mal wählen gehen dürfen."

Bericht: WR - Siegen, 04.12.2009, Nathalie Brandenburger

JuLis gratulieren Andreas Weigel - Das jüngste Ratsmitglied in Wilnsdorf ist Liberaler!

Neben den guten Ergebnissen der FDP im Siegerland-Wittgenstein freuen sich die Jungen Liberalen (JuLis) besonders über einen Erfolg aus ihren eigenen Reihen. Dem 18 jährigen Vorsitzenden der Jungen Liberalen Andreas Weigel, gelang es bei der gestrigen Kommunalwahl als jüngstes Ratsmitglied in das Parlament der Gemeinde Wilnsdorf einziehen zu können. Dem Auszubildenden für Fachinformatik gelang es, mit seiner allerersten Kandidatur schon 12 % der Stimme in seinem Wahlkreis zu holen. Aufgrund dieses großen Erfolgs gratulierte noch in der Nacht der stellv. Vorsitzende der Julis, Christian Neuhaus seinem „Chef" Andreas Weigel zu diesem großen Erfolg und unterstrich dabei, dass es keinen Jugendbonus in der FDP gibt, sondern das Andreas Weigel bei den JuLis, im Kreisvorstand der FDP und auch im Beruf durch sein Engagement an erster Stelle zu finden sei.

Insgesamt zeigten sich die Julis mit dem Kommunalwahlkampf sehr zufrieden, weil mit Andreas Weigel, Guido Müller und Hans Peter Kunz vor allem auch junge Menschen die FDP in den Räten vertreten werden. Durch die Wahl haben endlich auch die Interessen der jungen Generation durch Andreas Weigel eine Stimme bekommen. Weigel findet diesen Aspekt sehr wichtig, da eine gute Kommunalpolitik auch jungen Menschen eine Perspektive und vor allem ein lebenswertes Umfeld bieten muss. „Trotzdem wird dies nicht zu einer Klientelpolitik für junge Bürger führen - aber die Interessen der Jugend werden durch auf jeden Fall eine Stimme haben!" sagte Andreas Weigel.

„Nach der Wahl ist vor der Wahl" kommentierte Andreas Weigel die jetzige Situation: „Kaum konnten wir das Vertrauen der Bürger in den Räten gewinnen, müssen wir uns direkt an die Arbeit in den Räten machen und zudem das Vertrauen der Bürger für die Bundestagswahl gewinnen." Die JuLis werden hierbei Helga Daub, als örtliche Bundestagskandidatin unterstützen!" Christian Neuhaus war also nicht sehr überrascht, als von Andreas Weigel noch in der Nacht den Terminplan für die kommenden 4 Wochen bekam - in dem nicht nur direkt die ersten Arbeitssitzungen, sondern auch Stände, Aktionen und Plakate kleben angekündigt wurden.

 

Liberaler Flashmob am 22.08.2009

Am vergangenen Samstag, den 22. August, veranstalteten die Jungen Liberalen (JuLis)Siegen-Wittgenstein gemeinsam mit Jungen Liberalen aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis, Hagen, dem Märkischen Kreis und dem Kreis Olpe einen Flashmob in der Siegener Innenstadt. Ein Flashmob, auch Blitzauflauf, ist ein scheinbar spontaner, kurze Zeit andauernder Menschenauflauf, verbunden mit einer ungewöhnlichen Aktion auf einem öffentlichen Platz.

Die JuLis erstarrten nach dem Ausruf „Fünf vor zwölf!" zunächst vor dem Haupteingang der Citygallerie Siegen. Nach etwa zwei Minuten erwachten die Jungen Liberalen aus Ihrer Starre. Mit dem dann folgenden Ausruf „Aufgewacht!" durch alle Teilnehmer wollten die Jungen Liberalen die Bürgerinnen und Bürger aufrufen zur Kommunalwahl am 30. August ihre Stimme abzugeben. „Ziel der Aktion war es den anwesenden Passanten vor Augen zu führen, dass Gleichgültigkeit keinem hilft. Wenn sich in Siegen-Wittgenstein etwas ändern soll, muss jeder am kommenden Sonntag an die Wahlurne. Wer weiterschläft, darf sich hinterher auch nicht beschweren. Die Uhren stehen für Siegen-Wittgenstein auf fünf vor zwölf!" so Andreas Weigel, Kreisvorsitzender der Jungen Liberalen Siegen Wittgenstein. „Die Aktion war ein voller Erfolg und ich hoffe wir konnten viele junge Leute in unserer Stadt wachrütteln!" so Weigel weiter.

 


Pressemitteilungen im Überblick

  • Spagat zwischen Ausbildung und Politik
  • Das alte Lied von Jugend und Politik
  • JuLis gratulieren Andreas Weigel
  • Liberaler Flashmob am 22.08.2009


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